Springe zum Inhalt

Teilerfolge erzielt, wichtige Schritte geschafft, aber im Endeffekt an uns selbst gescheitert. Eine Ersteinschätzung von Stefan Taibl.

Die KV-Verhandlungen sind diesmal mit einer großen Mobilisierungswelle der Gewerkschaft einhergegangen. Die SP in der Opposition machte es nun scheinbar auch der FSG leichter, energischer aufzutreten. Die letzen Jahre hab ich das sehr vermisst.

...weiterlesen "Abschluss SWÖ KV-Verhandlungen: Da wär‘ mehr gegangen!"

Bild "Soziale Arbeit ist mehr wert"Aktuell wird der Kollektivvertrag für die Sozialwirtschaft (SWÖ) also für den privaten Sozial- und Gesundheitsbereich verhandelt.

Ein paar Zahlen, Daten, Fakten aus dem Einkommensbericht des Rechnungshofs die veranschaulichen, wie wichtig und richtig gerade in diesem Bereich die Forderungen nach deutlichen Lohnerhöhungen und einer Arbeitszeitverkürzung sind.

.

  • Das mittlere Einkommen im Sozial- und Gesundheitsbereich liegt bei 23.338 Euro - das ist Rang 13 von 18 Wirtschaftsbereichen. Es ist daher keineswegs übertrieben, wenn die Sozialwirtschaft von betroffenen Beschäftigten wie BetriebsrätInnen immer wieder als "Niedriglohnbranche" bezeichnet wird. Die Einkommen für Beschäftigte in der SWÖ liegen damit deutlich unter dem Gesamt-Schnitt (27.545 Euro) aller Branchen. Das trotz des hohen gesellschaftlichen Mehrwerts, den der Sozial- und Gesundheitsbereich erarbeitet.
  • Ein wesentlicher Grund für die niedrigen Einkommen liegt im hohen Teilzeitanteil begründet. Mit einem Teilzeitanteil von 63 % sind die Sozial- und Gesundheitsberufe einsame Spitze in Österreich. Über alle Branchen gerechnet liegt der Teilzeitanteil bei rund 35 %, am niedrigsten ist er im männerdominierten Bergbau mit gerade einmal 10 %.
  • Branchen mit hohen Teilzeitquoten sind auch Branchen mit hohem Frauenanteil. In den Sozial- und Gesundheitsberufen liegt dieser bei 78 % - und ist damit auch der Wirtschaftsbereich mit dem höchsten Frauenanteil überhaupt. Die Gründe für die dominierende Teilzeit im Sozialbereich sind vielfältig: Einerseits liegt sind natürlich in fehlenden Kinderbetreuungseinrichtungen und der leider immer noch dominierenden, traditionellen, geschlechtsspezifischen häuslichen Arbeitsteilung andererseits auch darin, dass angesichts der hohen psychischen und physischen Belastungen mit hohen Burn-out-Raten nur Teilzeit möglich ist. Für den hohen Teilzeitanteil ebenfalls verantwortlich ist die Förderpolitik der öffentlichen Hand unter dem Diktat der "knappen" Kassen. Vielfach sind für Sozialvereine nur Teilzeitverhältnisse finanzierbar. Entsprechend wird ausgeschrieben und eingestellt.

.

Arbeitszeitverkürzung und höherer Löhne - nur gerecht!

.

  • Umso wirkungsvoller hinsichtlich der Verbesserung der Einkommens- und Arbeitssituation im Sozialbereich wäre eine Arbeitszeitverkürzung: Weil kürzere Vollzeit automatisch zu einer finanziellen Aufwertung auch von Teilzeit führt. Zusätzlich - mit einem Personalausgleich - würde der Druck auf Unternehmen und Fördergeber steigen, die Sozialvereine finanziell besser auszustatten.
  • Angesichts der Tatsache, dass der Sozial- und Gesundheitsbereich auch im Falle ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung seine Platzierung nur geringfügig von Platz 13 auf 11 verbessert (Sozial- und Gesundheitsberufe: 38.383 Euro brutto/Jahr, Branchen insgesamt: 41.510 Euro brutto/Jahr)  - und damit immer noch uDemnäBild "Soziale Arbeit ist mehr wert"chst wird der Kollektivvertrag für die Sozialwirtschaft (SWÖ) also für den privaten Sozial- und Gesundheitsbereich verhandelt.Im Vorfeld der Verhandlungen ein paar Zahlen, Daten, Fakten aus dem Einkommensbericht des Rechnungshofs die veranschaulichen, wie wichtig und richtig gerade in diesem Bereich die Forderungen nach deutlichen Lohnerhöhungen und einer Arbeitszeitverkürzung sind.nter dem Gesamtbranchenschnitt liegt - ist eine deutliche Lohnsteigerung mehr als angebracht. Nicht nur angesichts der Tatsache, dass Pflege und Betreuung in den nächsten Jahren an Bedeutung zunehmen werden und entsprechende Einkommens- und Arbeitsbedingungen geschaffen werden müssen, um diese Berufe attraktiv zu machen, ist es eine Frage der sozialen und ökonomischen Gerechtigkeit: Wie unterschiedliche Analysen immer wieder zeigen - egal ob von der New Economics Foundation in London oder dem NPO-Kompetenzzentrum der WU Wien - erwirtschaften Sozialberufe ein Vielfaches an gesellschaftlichem Mehrwert, als sie Kosten verursachen.

.

Soziale Arbeit ist also nicht nur mehr wert. Sie schafft auch Mehrwert. In dem Sinne hat sie sich eine entsprechende gesellschaftliche Anerkennung jenseits von Sonntagsreden und Lippenbekenntnissen in Form einer deutlichen finanziellen Aufwertung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen längst verdient.

...weiterlesen "SWÖ-Verhandlungen: Ein paar Zahlen, Daten, Fakten"

Heute und morgen finden österreichweit Warnstreiks im privaten Sozial- und Gesundheitsbereich statt. Die Kollektivvertragsverhandlungen sind bekanntlich gescheitert, das Angebot der Arbeitgeberseite sowohl hinsichtlich der Lohnsteigerungen als auch der geforderten Arbeitszeitverkürzung inakzeptabel.

Warum sind die Forderungen nach Arbeitszeitverkürzung und höheren Lohnabschlüssen gerade im Sozial- und Gesundheitsbereich mehr als berechtigt? Dazu ein paar Zahlen, Daten, Fakten aus dem Einkommensbericht des Rechnungshofs aus dem Jahr 2016 (Zahlen aus 2015).

...weiterlesen "Ein paar Zahlen, Daten, Fakten zur Lage der Beschäftigten im Sozial- und Gesundheitsbereich"

Stell dir vor du brauchst Pflege, und kein/e PflegerIn kommt. Von Stefan Taibl

Es gärt unter den Beschäftigten. Der private Sozial- und Gesundheitsbereich, in dem überwiegend Frauen arbeiten, verdient laut GPA-DJP noch immer ca. 17 Prozent unter dem Durchschnittslohn der Privatangestellten. Bei 70 Prozent Teilzeitbeschäftigten gewinnt dieser Lohnunterschied noch zusätzlich an Brisanz.

...weiterlesen "SOWI-Kollektivvertrag: Streik liegt in der Luft …"

Mit_herZ_verstandRechtzeitig vor der Wiener Gemeinderatswahl am 11. Oktober macht die KIV/UG Druck. Denn im Wiener Gesundheitsbereich gibt es ausgesprochen unerfreuliche Entwicklungen: die Kompetenz der Pflege wurde ausgeweitet, ohne ausreichend zusätzliches Personal oder entsprechende Entlohnung sicherzustellen.

Im Gegenteil: es gibt massive Einsparungen beim Personal. Der Druck auf die Beschäftigten im Gesundheitsbereich steigt. Daher hat die KIV/UG die Initiative „Mit Herz und Verstand“ gestartet – um auf die Probleme im Gesundheitsbereich – längst nicht nur in Wien – hinzuweisen, diese stärker in die Öffentlichkeit zu bringen sowie die Politik mit den Anliegen der Beschäftigten zu konfrontieren und den KollegInnen Mut zum Widerstand gegen negative Entwicklungen zu machen.

...weiterlesen "KIV/UG Initiative: „Mit Herz und Verstand“ für Pflege und Gesundheit!"

AK_Wien_schoenIm Rahmen der 163. Vollversammlung der AK-Wien am 29. Oktober wurde eine von der AUGE/UG initiierte Resolution für „eine zeitgemäße Sozialarbeit im 21. Jahrhundert“ angenommen, die u.a. ein Berufsgesetz für SozialarbeiterInnen und SozialpädagogInnen fordert. Vorzugsweise auf Bundesebene – wenn das nicht möglich ist allerdings auch koordiniert auf Länderebene. Damit könnte endlich wieder Bewegung in die Causa kommen.

Seit Jahren, um nicht zu sagen Jahrzehnten wird es bereits gefordert. Bis heute mangelt es an der Umsetzung: ein Berufsgesetz für SozialarbeiterInnen und SozialpädagogInnen, das Ausbildungsstandards festschreibt und Berufsdefinitionen, Methoden, Ethik, Berufsschutz regelt. Vorstellungen, wie ein derartiges Gesetz ausschauen könnte, gibt es bereits. Weitergegangen ist bislang nichts.

...weiterlesen "Gegebenenfalls auch auf Länderebene -- AK-Resolution für Berufsgesetz für Sozialarbeit"

Immer wieder wird man unangenehm überrascht. Zuletzt bei der 160. Vollversammlung der AK Wien - dem Wiener ArbeitnehmerInnenparlament. Die AUGE/UG brachte eine Resolution zur "Nachhaltigen Aufwertung der sozialen und öffentlichen Bereiche" ein. Die öffentlichen und sozialen Dienste - also Bereiche, die öffentlich finanziert nicht gewinn- sondern versorgungsorientiert arbeiten - und dabei einen hohen gesellschaftlichen Mehrwert produzieren, sollten entsprechend finanziell deutliche aufgewertet werden. Schließlich liegen Sozial- und Gesundheitsberufe bzw. Berufsgruppen aus dem Elementar- und Erwachsenenbildungsbereich hinsichtlich ihrer Einkommenssituation auf den Plätzen 13 und 14 unter 18 Branchen.

...weiterlesen "Aus dem Wiener ArbeitnehmerInnenparlament: Schwarz-blau gegen finanzielle Aufwertung sozialer Berufe!"

BetriebsrätInnen aus dem Sozial- und Pflegebereich warnen vor Verarmungstendenzen unter den Beschäftigten in der Sozialwirtschaft.

Einen dringenden Warnruf an die Verantwortungsträger in der Sozialwirtschaft - Arbeitgeber und öffentliche Fördergeber - hat eine überfraktionelle BetriebsrätInneninitiative aus dem privaten Sozial-, Pflege-, Betreuungs- und Gesundheitsbereich gestartet. Unter den Beschäftigten der Sozialbereich habe "Armut trotz Arbeit" inzwischen bewsorgniserregende Ausmaße angenommen, heißt es in einer heutigen Presseaussendung der Initiative dazu.

.

Zusätzlich ginge die Einkommensschere zwischen der Sozialwirtschaft und den anderen Branchen noch weiter auseinander: Beschäftigte im privaten Sozial- und Gesundheitsbereich verdienten 18 % weniger als ihrer KollegInnen in anderen Branchen der Privatwirtschaft. Der Abstand sei im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent gewachsen.

...weiterlesen "BetriebsrätInnen aus Sozial- und Pflegebereich warnen vor „Verarmung“ ihrer Belegschaften!"

Das Logo unserer aktuellen Kampagne "Null Bock auf Nulllohnrunden".

Die österreichische Bundesregierung hat "ihren" Beschäftigten mit dem Segen der dazugehörigen Gewerkschaft GöD für 2013 eine Nulllohnrunde verordnet. Länder und Gemeinden drohen, es der Bundesregierung gleich zu tun, ihren Beschäftigten gleichermaßen Nulllohnrunden zu verpassen. Die GdG-Spitze scheint Nulllohnrunden auch auf kommunaler Ebene zu akzeptieren.

Sind Nulllohnrunden für öffentlich Bedienstete schon inakzeptabel - stellen sie doch eine undifferenzierte Reallohnkürzung, unabhängig von der Höhe der Einkommen dar - drohen Nulllohnrunden bei weitem nicht nur Beschäftigte von Bund, Ländern und Gemeinden zu treffen, sondern auch die Beschäftigten des privaten Sozial-, Gesundheits- und Bildungsbereichs, jener Bereiche die FÜR die öffentliche Hand MIT öffentlichen Mitteln Aufgaben erfüllen.

...weiterlesen "Warum Nulllohnrunden insbesondere auch den Sozial-, Gesundheits- und Bildungsbereich treffen …"

In den "Nachrichten ganz org" vom 27. März 2012 berichtet der alternative Web-TV Nachrichtensender Wien TV vom Sozialgipfel. Interviewpartner sind a.o. Prof. Nikolaus Dimmel, der einen inhaltlichen Input zum Thema Arbeitskampf im Sozialbereich lieferte, sowie TeilnehmerInnen des Sozialgipfels.

Hier geht's zu den "Nachrichten ganz org" mit dem Bericht vom Sozialgipfel (zweiter Beitrag, ab Minute 5.45), und eingebettet haben wir die Sendung natürlich auch:

...weiterlesen "Sozialgipfel Reloaded auf „Wien TV.org“"