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AK/ÖGB Studie: Mehr (Frauen-)Beschäftigung durch Investitionen in soziale Dienste!

Investitionen in Soziale Dienstleistungen schaffen Arbeibesplätze. Und ein gut ausgebautes Netz bzw. Angebot sozialen Diensten, von Kinderbetreuung bis Pflege helfen auch dabei die Erwerbstbeteiligung von Frauen zu erhöhen. Diese Erkenntnisse sind nicht neu, werden allerdings einmal mehr von einer von AK und ÖGB in Auftrag gegebene Studie („Frauen und Wirtschaftskrise“, Vernetzung sozialer Dienstleistungen als Antwort auf Konjunktur- und Strukturkrise“, Biffl/Faustmann/Skrivanek, Donau Uni Krems) bestätigt.

Verglichen mit anderen europäischen Ländern ist die Erwerbsbeteiligung von Frauen verhältnismäßig niedrig. Daher fordert die AK Investitionen in soziale Infrstruktur, da diese nicht nur unmittelbar Beschäftigung schaffen (nicht zuletzt Frauenbeschäftigung), sondern vielfach überhaupt erst Möglichkeiten schaffen – aufgrund der in Österreich nach wie vor vorherrschenden konservativen, geschlechterspezifischen Arbeitsteilung im haushalt bei Kinderbetreuung und Pflege – einer Erwerbsarbeit nachzugehen. Zusätzlich würde die Regionalwirtschaft belebt und Investitionen in soziale Dienste die Budgets langfristig entlasten.

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Problemzone ländlicher Raum

Besoncderns schwierig sei dabei die Situation im ländlichen Raume. Hier sei Kooperation und Arbeitsteilung zwischen den Kommunen gefragt. Es müssten Anreize für Kooperationen auf regionaler Ebene geschaffen weden. „Es muss klares Ziel der Familien- und Steuerpolitik werden, dass Frauenbeschäftigung gefördert wird. Dies muss sich auch in den jeweiligen Budgets niederschlagen,“ so Bernhard Achitz (leitender Sekretär des ÖGB) und Alice Kundtner (stv. Direktorin der AK Wien).

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Sach- statt Geldleistungen!

Während in Österreich im Bereich der Sozialpolitik Geldleistungen (z.B. Pflegegeld, Kinderbetreuungsgeld etc.) dominieren, ist das Angebot an Sachleistungen – z.B. Kinderkrippenpläzte, ganztägige Betreuung in Schulen, mobile Pflege etc. - verhältnismäßig schlecht ausgebaut. Sachleistungen – gerade im Kinderbetreuungs- und Pflegebereich - sind allerdings zentral, um die Erwerbstätigkeit von Frauen zu erhöhen, wie skandinavische Länder zeigen. Im ländlichen Raum kommt noch die schlechte Anbindung an öffentlichen Verkehrsmitteln dazu.

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Besondere Bedeutung der kommunalen Ebene

Zentrale Forderungen der AK und des ÖGB daher: der Ausbau eines flächendeckenden, leistbaren Angebots an Kinderbetreuung, Pflege und anderer haushaltsnaher Dienstleistungen, wobei den Kommunen eine besondere Bedeutung zukommt. Denn diese seien nicht zur zuständig für die sozialen Dienstleistungen, sie kennen auch den Bedarf und die Rahmenbedingungen vor Ort am besten. Das größte Problem sei aber, „dass den meisten kleinen Emeinden die Finanzkraft fehlt, um die benötigten Angebote auch bereitstellen hzu können.“

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Kooperation und Innovation gefragt – aber auch mehr Geld …

Daher sei Arbeitsteilung und Kooperation im kommunalen Raum gefragt. Diese Potenziale seien allerdings vielfach ungenutzt, weil Kooperation auf regionaler Ebene vielfach von engagierten Einzelpersonen abhänge, weshalb AK und ÖGB auch fordern, dass Gemeindekooperationen und regionale Arbeitsteilung gefördert werden: „Erforderlich sind aufeinander abgestimmte Leistungsangebote, eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen den Kommunen, experimentelle Ansätze sowie eine bessere Abstimmung von Schnittstellen im Sozialbereich wie etwa im Bereich Pitäler und daran anschließende Pflege erforderlich.“ Und: „Die dafür anfangs nötigen finanziellen Mittel müssen zumindest kurzfristig vom Bund übernommen werden.“

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… darum her mit der Sozialmilliarde!

Was damit der Forderung nach einer Sozialmilliarde, nach einem Konjunkturpaket soziale Dienste, neue Kraft verleiht. Die entsprechende Enquete im Parlament harrt immer noch ihrer Umsetzung. Mit der heute präsentierten Studie von AK und ÖGB ist einmal mehr belegt welche gesellschaftliche wie auch ökonomische Nutzen aus Investitionen in Bildung und Soziales entspringt. Die Studie gibt auch AUGE/UG und KIV/UG in ihren seit Jahren immer wieder in vertretenen und in Gewerkschaften und AK vorgebrachten Forderungen weitestgehend recht. Höchste Zeit, endlich die entsprechenden Geldmittel in die Hand zu nehmen.

Linktipps:

Zusammenfassung der Pressekonferenz von AK und ÖGB auf der AK-Homepage.

Studie: „Frauen und Wirtschaftskrise“, Vernetzung sozialer Dienstleistungen als Antwort auf Konjunktur- und Strukturkrise“, Biffl/Fausmann/Skrivanek, Donau Uni Krems

Presseaussendung von Karl Öllinger (Grüne) zum Thema

Presseaussendung von Renate Csörgits (SPÖ) zum Thema

Bericht in dieSTANDARD: "Familienpolitik nicht nachhaltig"

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