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Teilerfolge erzielt, wichtige Schritte geschafft, aber im Endeffekt an uns selbst gescheitert. Eine Ersteinschätzung von Stefan Taibl.

Die KV-Verhandlungen sind diesmal mit einer großen Mobilisierungswelle der Gewerkschaft einhergegangen. Die SP in der Opposition machte es nun scheinbar auch der FSG leichter, energischer aufzutreten. Die letzen Jahre hab ich das sehr vermisst.

...weiterlesen "Abschluss SWÖ KV-Verhandlungen: Da wär‘ mehr gegangen!"

Langjährige Forderung: Aufwertung der Sozial- und Gesundheitsberufe

 

Die Kollektivvertragsverhandlungen im privaten Gesundheits- und Sozialbereich (Sozialwirtschaft Österreich - SWÖ) gestalten sich einmal mehr schwierig.

Vorausgeschickt: der private Gesundheits- und Sozialbereich nimmt Aufgaben der öffentlichen Hand wahr. Und, um es mal klar zu sagen: es gibt uns, weil wir billiger sind als die Landesbediensteten. Beispiel Niederösterreich, wo ich Betriebsrat bin: LandessozialarbeiterInnen bekommen durchgehend 1/3 mehr Gehalt als SozialarbeiterInnen im SWÖ. Die Diplomierten Pflegekräfte zwischen 300 und 400 Euro. Dazu kommt, dass die öffentliche Hand keine Verantwortung für die Beschäftigten übernehmen muss. Wenn sie Gelder umschichtet, Projekte nicht mehr fördert, sind das halt Arbeitslose der Privatwirtschaft. Somit haben wir hier eine Zweiklassen-Gesellschaft.

Frauenbranche

Der private Gesundheits- und Sozialbereich ist eine typische Frauenbranche. Man muss nur einen Blick auf die Gehaltsstruktur werfen, um das zu erkennen. Zusätzlich sind ca. 80 Prozent in Teilzeit, was Löhne, von denen man nicht leben kann und Altersarmut nach sich zieht. Laut alter Tradition in Österreich sind Frauenbranchen niedriger entlohnt - auch von Kollektivvertragsabschlüssen mitgetragen. Eine Tradition, mit der dringend gebrochen gehört. Selbst unser jetziger ÖGB-Präsident hat das einmal öffentlich angesprochen. Womit wir schon bei einer der Begründungen der Forderungen der Gewerkschaft sind.

Die Hauptforderungen der ArbeitnehmerInnen

Gehalt

Es gibt einen Aufholbedarf bei den Gehaltsstrukturen. Wenn der Bereich mehr wert ist, oder zumindest gleich viel Wert hat wie jeder andere Bereich, müssen, um die Einkommen anzugleichen, höhere Abschlüsse erzielt werden als in den anderen Branchen. Die momentane Forderung liegt bei 6 Prozent.

Wir AUGE/UG-BetriebsrätInnen haben langjährig die Forderung in der Gewerkschaft eingebracht, die Unterbezahlung zu korrigieren. Wir haben sie mit 20 Prozent errechnet. Die Gewerkschaft hat das lange bestritten. Schließlich haben sie die Unterbezahlung zu den anderen Branchen mit 17 Prozent beziffert. Somit kann man über Aufholbedarf offen reden. Demgegenüber sind 6 Prozent ein wohl nachvollziehbarer erster Schritt und keinesfalls überzogen. Noch ein kleines Beispiel: die KV-Abschlüsse der Metaller waren, trotz höherer Lohntabellen, in den vergangenen 10 Jahren um 22 Prozent über den Abschlüssen der Sozialwirtschaft. Wir sind also in den letzten Jahren weiter zurückgefallen, die Lohnschere wurde größer. ...weiterlesen "SWÖ: Auch vierte Verhandlungsrunde gescheitert -- jetzt wird gestreikt"

Bild "Soziale Arbeit ist mehr wert"Aktuell wird der Kollektivvertrag für die Sozialwirtschaft (SWÖ) also für den privaten Sozial- und Gesundheitsbereich verhandelt.

Ein paar Zahlen, Daten, Fakten aus dem Einkommensbericht des Rechnungshofs die veranschaulichen, wie wichtig und richtig gerade in diesem Bereich die Forderungen nach deutlichen Lohnerhöhungen und einer Arbeitszeitverkürzung sind.

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  • Das mittlere Einkommen im Sozial- und Gesundheitsbereich liegt bei 23.338 Euro - das ist Rang 13 von 18 Wirtschaftsbereichen. Es ist daher keineswegs übertrieben, wenn die Sozialwirtschaft von betroffenen Beschäftigten wie BetriebsrätInnen immer wieder als "Niedriglohnbranche" bezeichnet wird. Die Einkommen für Beschäftigte in der SWÖ liegen damit deutlich unter dem Gesamt-Schnitt (27.545 Euro) aller Branchen. Das trotz des hohen gesellschaftlichen Mehrwerts, den der Sozial- und Gesundheitsbereich erarbeitet.
  • Ein wesentlicher Grund für die niedrigen Einkommen liegt im hohen Teilzeitanteil begründet. Mit einem Teilzeitanteil von 63 % sind die Sozial- und Gesundheitsberufe einsame Spitze in Österreich. Über alle Branchen gerechnet liegt der Teilzeitanteil bei rund 35 %, am niedrigsten ist er im männerdominierten Bergbau mit gerade einmal 10 %.
  • Branchen mit hohen Teilzeitquoten sind auch Branchen mit hohem Frauenanteil. In den Sozial- und Gesundheitsberufen liegt dieser bei 78 % - und ist damit auch der Wirtschaftsbereich mit dem höchsten Frauenanteil überhaupt. Die Gründe für die dominierende Teilzeit im Sozialbereich sind vielfältig: Einerseits liegt sind natürlich in fehlenden Kinderbetreuungseinrichtungen und der leider immer noch dominierenden, traditionellen, geschlechtsspezifischen häuslichen Arbeitsteilung andererseits auch darin, dass angesichts der hohen psychischen und physischen Belastungen mit hohen Burn-out-Raten nur Teilzeit möglich ist. Für den hohen Teilzeitanteil ebenfalls verantwortlich ist die Förderpolitik der öffentlichen Hand unter dem Diktat der "knappen" Kassen. Vielfach sind für Sozialvereine nur Teilzeitverhältnisse finanzierbar. Entsprechend wird ausgeschrieben und eingestellt.

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Arbeitszeitverkürzung und höherer Löhne - nur gerecht!

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  • Umso wirkungsvoller hinsichtlich der Verbesserung der Einkommens- und Arbeitssituation im Sozialbereich wäre eine Arbeitszeitverkürzung: Weil kürzere Vollzeit automatisch zu einer finanziellen Aufwertung auch von Teilzeit führt. Zusätzlich - mit einem Personalausgleich - würde der Druck auf Unternehmen und Fördergeber steigen, die Sozialvereine finanziell besser auszustatten.
  • Angesichts der Tatsache, dass der Sozial- und Gesundheitsbereich auch im Falle ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung seine Platzierung nur geringfügig von Platz 13 auf 11 verbessert (Sozial- und Gesundheitsberufe: 38.383 Euro brutto/Jahr, Branchen insgesamt: 41.510 Euro brutto/Jahr)  - und damit immer noch uDemnäBild "Soziale Arbeit ist mehr wert"chst wird der Kollektivvertrag für die Sozialwirtschaft (SWÖ) also für den privaten Sozial- und Gesundheitsbereich verhandelt.Im Vorfeld der Verhandlungen ein paar Zahlen, Daten, Fakten aus dem Einkommensbericht des Rechnungshofs die veranschaulichen, wie wichtig und richtig gerade in diesem Bereich die Forderungen nach deutlichen Lohnerhöhungen und einer Arbeitszeitverkürzung sind.nter dem Gesamtbranchenschnitt liegt - ist eine deutliche Lohnsteigerung mehr als angebracht. Nicht nur angesichts der Tatsache, dass Pflege und Betreuung in den nächsten Jahren an Bedeutung zunehmen werden und entsprechende Einkommens- und Arbeitsbedingungen geschaffen werden müssen, um diese Berufe attraktiv zu machen, ist es eine Frage der sozialen und ökonomischen Gerechtigkeit: Wie unterschiedliche Analysen immer wieder zeigen - egal ob von der New Economics Foundation in London oder dem NPO-Kompetenzzentrum der WU Wien - erwirtschaften Sozialberufe ein Vielfaches an gesellschaftlichem Mehrwert, als sie Kosten verursachen.

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Soziale Arbeit ist also nicht nur mehr wert. Sie schafft auch Mehrwert. In dem Sinne hat sie sich eine entsprechende gesellschaftliche Anerkennung jenseits von Sonntagsreden und Lippenbekenntnissen in Form einer deutlichen finanziellen Aufwertung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen längst verdient.

...weiterlesen "SWÖ-Verhandlungen: Ein paar Zahlen, Daten, Fakten"

In der Nacht vom 23. auf den 24. Februar wurde der SWÖ-KV in der sechsten Verhandlungsrunde abgeschlossen. Die Monate und Wochen zuvor hatten die Arbeitgeber die Verhandlungen immer wieder unterbrochen, mit dem Hinweis,  dass sie keine der drei Hauptverhandlungspunkte der Gewerkschaften akzeptieren würden -  und, wenn diese mit der in der fünften Verhandlungsrunde angebotenen Erhöhung von 2,45 % nicht einverstanden seien, eben gar nichts bekommen würden.
...weiterlesen "SWÖ-Kollektivvertrag abgeschlossen: Nur Teilerfolge"

Heute und morgen finden österreichweit Warnstreiks im privaten Sozial- und Gesundheitsbereich statt. Die Kollektivvertragsverhandlungen sind bekanntlich gescheitert, das Angebot der Arbeitgeberseite sowohl hinsichtlich der Lohnsteigerungen als auch der geforderten Arbeitszeitverkürzung inakzeptabel.

Warum sind die Forderungen nach Arbeitszeitverkürzung und höheren Lohnabschlüssen gerade im Sozial- und Gesundheitsbereich mehr als berechtigt? Dazu ein paar Zahlen, Daten, Fakten aus dem Einkommensbericht des Rechnungshofs aus dem Jahr 2016 (Zahlen aus 2015).

...weiterlesen "Ein paar Zahlen, Daten, Fakten zur Lage der Beschäftigten im Sozial- und Gesundheitsbereich"

Stell dir vor du brauchst Pflege, und kein/e PflegerIn kommt. Von Stefan Taibl

Es gärt unter den Beschäftigten. Der private Sozial- und Gesundheitsbereich, in dem überwiegend Frauen arbeiten, verdient laut GPA-DJP noch immer ca. 17 Prozent unter dem Durchschnittslohn der Privatangestellten. Bei 70 Prozent Teilzeitbeschäftigten gewinnt dieser Lohnunterschied noch zusätzlich an Brisanz.

...weiterlesen "SOWI-Kollektivvertrag: Streik liegt in der Luft …"

Stefan Taibl

In einer letzten langen Verhandlungsrunde wurde der Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ)-Kollektivvertrag am 19.1. zwischen GPA-djp/Vida und dem Arbeitgeberverband abgeschlossen.

Von Stefan Taibl.

Die Verhandlungen wurde von den Gewerkschaften wieder einmal ohne Druck auszuüben und ohne erkennbarem Willen zur Mobilisierung geführt und abgeschlossen. Da betonte die Gewerkschaft doch sogar in den Aussendungen in der Woche davor wie freundlich die Arbeitgeberseite dieses Mal sei und wie konstruktiv das Klima. Somit gingen - wohl nicht auf Forderung und Druck der Gewerkschaften, sondern der „Freundlichkeit“ der Arbeitgeberseite geschuldet - einige arbeitsrechtliche Forderungen, wie der Papamonat und die Anrechnung des 3. Karenzjahres, in die Umsetzung.

...weiterlesen "SOWI-Kollektivvertrag: Welche Interessen vertreten die Gewerkschaften?"

Anläßlich der Präsentation des von der KIV/UG herausgegebenen "Schwarzbuch Kranker Anstaltenverbund" interviewte Markus Koza, Bundessekretär der AUGE/UG und Vorsitzender der UG im ÖGB die TeilnehmerInnen des Pressegesprächs zum Schwarzbuch, zu den Arbeitsbedingungen im KAV,  Lust und Frust in der Personalvertretungsarbeit sowie über die Situation der Pflegeberufe. Die Interviews zum Anschauen. Herzlichen Dank an unsere Filmerin Renate Sassmann!

Maga. Lucia Schwarz, Künstlerin (Illustration, Malerei, Photographie), Mitarbeiterin der KIV/UG und Redakteurin des "Schwarzbuch Kranker Anstaltenverbund" über das Projekt, Reaktionen und die Bereitschaft der Betroffenen zur Mitarbeit:

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...weiterlesen "Interviews anlässlich der Präsentation des „Schwarzbuch Kranker Anstaltenverbund“"

Am 16. Juni 2016 stellte die KIV/UG im Rahmen eines Pressegesprächs das „Schwarzbuch Kranker Anstaltenverbund“. Mit dieser Sammlung vielfältiger Problemlagen in den Wiener Spitälern will die KIV/UG einmal mehr ins Bewusstsein rufen, wie schwierig die Arbeitsbedingungen in der Pflege und im Gesundheitsbereich sind. Und das dringener Handlungsbedarf besteht – vor allem bei den Entscheidungsträgern im KAV und der Gemeinde Wien.

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Vorgestellt wurde das Schwarzbuch von den beiden KIV/UG-PersonalvertreterInnen im KAV, Biju Onatt und Silvia Tauchner. Ihre zentrale Kritik am Verhalten des Krankenanstaltenberundes: „Die Arbeitsbedingungen in den Wiener Krankenanstalten sind von Einsparungen, Personalmangel, steigendem Arbeitsdruck und einer damit verbundenen Zunahme an Krankenständen geprägt. Unsere KollegInnen im Pflegebereich arbeiten zunehmend am Limit. Der Krankenanstaltenverbund der Gemeinde Wien soll endlich seine eigenen Leitlinien ernst nehmen und Arbeitsbedingungen herstellen, die diesen entsprechen.“

...weiterlesen "KIV/UG präsentiert „Schwarzbuch Kranker Anstaltenverbund“"

Leistung_Boerse_250Wie schon die letzten Jahre, bei den Verhandlungen, auch heuer das gleiche Spiel.
BetriebsrätInnen berichten sogar in den Verhandlungen von Armut und materieller Not der Beschäftigten, aber wenn es um konkrete Aktionen geht, um die Arbeits- und Lebensbedinungen zu verbessern, scheitern diese vielfach an mangelnder Vorbereitung. Die hauptamtlichen VertreterInnen der Gewerkschaften haben keine konkreten und gangbaren Wege aufgezeigt, um die Durchsetzung gewerkschaftlicher Ziele auch tatsächlich zu erreichen.

...weiterlesen "KV Verhandlungen für die Sozialwirtschaft abgeschlossen, Ergebnisse unerfreulich"